Ein Penthouse am Park oder ein außergewöhnlich großes Grundstück kann den Durchschnitt deutlich hochziehen, während der Median gelassen bleibt. Dadurch bleibt die Alltagsrealität greifbar. Wir sehen, was typische Käufer tatsächlich bezahlen, und nicht, was ein einzelner, spektakulärer Abschluss suggeriert. Diese Gelassenheit macht den Median unschätzbar wertvoll für unmittelbare Nachbarvergleiche.
Preisverteilungen sind oft schief: Ein langer „teurer“ Schwanz nach oben, gelegentlich eine dünne Unterkante. Mit dem Median verlieren wir die Mitte nicht aus den Augen. Gleichzeitig betrachten wir Quartile, um Spannweiten zu erkennen, denn Nachbarflächen können dieselbe Mitte zeigen, aber völlig unterschiedliche Streuungen besitzen, die für Entscheidungen ebenso wichtig sind.
Benachbarte Mikromärkte haben unterschiedlich viele Verkäufe. Der Median verhindert, dass Bereiche mit wenigen, aber extravaganten Deals überproportional wirken. Zusammen mit Konfidenzintervallen und Quartilen entsteht ein faires Bild. So können wir Unterschiede ehrlich einordnen: robust genug, um Entscheidungen zu stützen, sensibel genug, um Unsicherheiten transparent mitzudenken.

Ein angekündigter Bahnanschluss verändert Erwartungen lange vor der ersten Fahrt. Wir werten Planungsstände, Pressemitteilungen und Baustellenmeilensteine aus und prüfen, wie stark Käufer antizipieren. Manchmal steigen Werte auf der einen Seite früh, während die andere verzögert reagiert. Dieses Timing erklärt, warum direkte Nachbarn kurzfristig auseinanderlaufen können.

Wie viele Einheiten kommen in zwölf bis vierundzwanzig Monaten? Wie schnell werden aktuelle Inserate absorbiert? Knappheit vergrößert Preisabstände, Überhänge drücken sie. Wir verbinden Angebotsdaten mit Abschlussgeschwindigkeiten und sehen, ob ein Mikromarkt kurz davorsteht, Druck aufzubauen, der den Median hebt, während der Nachbar bereits entspannt durchatmet.

Wenn Mieten stärker laufen als Kaufpreise, wächst die Bruttorendite und lockt Kapitalanleger. Das kann Mediane nachziehen – oder Umgekehrtes auslösen, wenn Kaufpreise davonlaufen. Wir betrachten diese Relation blockweise, denn zwei benachbarte Straßen können diametral unterschiedliche Verhältnisse zeigen, die erklären, warum Preisnivellierung ausbleibt oder überraschend rasch einsetzt.